Plagiate? Unerhört? Na und? Gibt es den Königsweg?

Gerade klingelte das Telefon. Ein guter Freund sagte mir, dass  sein Lieblingssatz:“ Aus einen verkniffenen Arsch kommt kein fröhlicher Furz“ nicht von ihm, sondern von Martin Luther stammt. Er wusste es jedoch bis heute nicht. Ist das nun ein Plagiat, wenn man diesem Satz unwissentlich in eine Doktorarbeit schreibt und den Urheber nicht nennt, bzw kennt, weil man es weder weiß noch sich irgendwelche Gedanken darüber macht?

Wie oft hat man im Leben Inhalte gelernt und Assoziationen übernommen, die nicht von einem selbst stammen und es nicht einmal weiß. Werden diese Inhalte eines anderen Urhebers unwissentlich in eine Doktorarbeit geschrieben oder gar publiziert, reagieren spitzfindige Internetfuzzies bzw. mittellose Anwälte, manchmal auch im Auftrage schmieriger Feinde, um Nutzen aus der Sache zu ziehen.

Wenn man zu der Gruppe der Vielleser gehört, was ja auch eine Voraussetzung zum Schreiben, Publizieren und Studieren ist, kann es schon passieren, dass die eine oder andere Publikation beim flüssigen Schreiben eines Textes oder Arbeit duchaus einen anderen oft unbekannten Urheber hat.

Soll das alles nun zur Konsequenz haben, dass in Zukunft am Besten keine Publikationen, Bücher und sonstige Texte mehr entstehen, da man als Autor befürchten muss abgemahnt bzw. öffentlich angeschwärtzt zu werden? Oder ist es beabsichtigt, dass es besser ist den Mund zu halten und sich Daily Soaps, Castingshows, also Trash-TV anzusehen?Oder soll man seine Hirnleistung in die Hand des öffentlich, rechtlichen und sozialistischen Staats-TV geben? Dann hat man nichts zu befürchten und kann in Ruhe (sanft) als Verbraucher und Arbeitsdrohne sein Leben befristen. Man kann dann ja sowie nichts machen und dran ändern, wie der Volksmund sagt.

Wir sollten endlich aufhören spitzfindig nach Fehlern bei anderen zu such und auf diese Weise  die Freiheit des Anderen, sowie seine Eigene zu beschneiden. Denn wer auf der Suche nach den Fehlern des Anderen ist, ist schon an sich ein unfreier Mensch, der häufig von Komplexen und lasterhaften Gedanken getrieben wird. Ein anderer Grund kann sein, dass man sich eines Andersdenkenden bzw. eines möglichen Konkurenten entledigen will. Dann wühlt man häufig so lange im Abfall des Anderen, bis man fadenscheinige Argumente ans Licht bringt, die nicht mal wahr sein müssen. Das sogenannte „von Hören/Sagen“.

Die heutige Hexenjagd auf Personen des öffentlichen Lebens, hat durch das Internet und Computerprogramme (auch selbstgeschrieben) ein Ausmaß errreicht, was früher so nicht möglich war. Genauso ermöglicht es die heutige Informationsgesellschaft, dass wir nahezu uneingeschränke Möglichkeiten der Wissens- bzw. Unwissenheitsbeschaffung haben. Es ist auch für gebildete Menschen inzwischen schwer geworden, zwischen Wissen und Unwissen zu unterscheiden. Nicht nur das Internet, sondern auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen, ganz zu Schweigen vom Privatfernsehen, verbreiten häufig ein Unwissen, was scheinbar nur zur Massenverblödung und Manipulation produziert wurde. Beim Internet gilt es zu unterscheiden, ob der Verfasser instituionell oder eine Einzelperson ist.

Ist nicht fast alles ein Plagiat? Soll ich meinen Grundschullehrer benennen, der mir Lesen und Schreiben begebracht hat? Soll ich bei jeden Satz den ich publiziere, nach einen Urheber suchen, der ihn vieleicht schon vor mir geschrieben hat? Wo soll ich da Suchen? Etwa im Internet, wie die neiderfüllten, kranken Spitzfindigen? Ich meine nicht! Die Frage, wenn ich mein Wohnmobil in der Stadt parke, „Ob da denn erlaubt sei?“ geht mir mächtig auf den Sack. Soll es etwa für alles eine Regel geben, oder gibt es ihn noch:“ Den gesunden Menschenverstand“!

Ich erinnere mich an die Klausuren während meines Studiums. Ich war von meiner Leistung in Organisationstheorie überzeugt und habe als einer von wenigen die Gesamtzusammenhänge verstanden. Das Resultat meiner Klausur war eine 3+, da fast alle Komolitonen die Arbeit bereits fertig (ab) geschrieben in Ihrer Tasche hatten und abgaben. Auf ehrliche Art und Weise hatte man so keine Chance auf eine gerechte Note. Viele dieser Ehemaligen, fanden es jedoch richtig was Herrn Gutenberg passiert ist und genauso behandelt, wie es in diesem Fall geschehen ist. Es lebe die Scheinheiligkeit! Herr Gutenberg hat betont, dass er die „Plagiate“ nicht wissentlich“ gemacht hat. Es gilt in Deutschland noch die Unschuldsvermutung. Es scheint so, dass die Verkommenheit einiger Mitbürger lieber wieder die Hexenjagd einführen würden, um sich dann an der Hinrichtung aufzugeilen bzw. deren Vorteile zu genießen. Pfui Deubel!!

Was Plagiate anbelangt, kann es nur den Königsweg geben! Es geht weder „Na und“, noch „Unerhört“! Vorsatz ist strafbar, Fahrlässigkeit kann der Person schaden und schwer nachvollziehbare Urheberrechte, gepaart mit nicht Wissen, sollte unter Vergebung fallen.

Der Königsweg sollte sein:

Nichts ist statisch zu betrachten, sondern immer nur der Einzelfall

Und merke: Wer frei von Schuld ist, werfe den ersten Stein

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Deutschland, Innenpolitik abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s