Syrien: Provoziert die Staatengemeinschaft eine humanitäre Krise?

Die Rücktrittsforderung der internationalen Staatengemeinschaft gegen die syrische Führung kann, wie bereits in anderen Staaten der sogenannten Demokratiebewegung, zu Armut, Anarchie und Islamisierung führen. Es wird kaum darüber berichtet, dass es eine große Opferzahl bei der Polizei und des Militärs gibt. Es ist nicht auszuschließen, dass sich ursächlich eine Spirale der Gewalt entwickelte. Frei nach dem Motto: „Aug um Aug, Zahn und Zahn“.

Die syrische Oppositionsbewegung ist gespalten in Befürworter eines Gottesstaat, Sozialisten und eher westlich bzw. weltlich orientierter Demokraten. Es steht keine geeignete Nachfolgeregierung zur Verfügung, die in der Lage wäre das Land zu regieren. Diese Lücke kann dazu führen, dass das Land unregierbar wird und die Sicherheit in der Region, besonders Israels gefährdet wird. Die von Ägypten und Gaza ausgehenden Anschläge vom 17. August auf Israel zeigen, wie wichtig stabile Regierungen sind. Demokratie muss gelernt und aufgebaut werden und darf sich nicht nur auf demographische Abstimmungen reduzieren. Weitere „Gottesstaaten“ gefährden den Frieden in der Region und darüberhinaus unsere ölabhängige Industriegesellschaft.

Der Wortführer der syrischen Christen, Erzbischof Gregorius III  hat sich mit offenen Briefen an Regierungen in Europa und den USA gewendet und darum gebeten sich nicht in die inneren Angelegenheiten Syriens einzumischen. Gregorius III befürchtet, dass es in Syrien zu ähnlichen Zuständen wie im Irak kommt. Unter der jetzigen syrischen Regierung können Christen unbehelligt leben. Durch muslimische Anschläge gegen Christen im Irak sind diese nach Syrien und in die Türkei geflüchtet. Durch die Unruhen in Syrien kann es wie im Irak zu Übergriffen auf Christen kommen, die dann erneut flüchten müssen. (Über Christenverfolgung im Irak ist ein weiterer Artikel in Vorbereitung)

Die syrische Baath-Partei gilt als weltlich. Es ist zu befürchten, dass nach einem Regierungswechsel, ähnlich wie in anderen Ländern der arabischen Revolution, die Wirtschaft des Landes zusammenbricht. Armut kann dem Islamismus Tür und Tor öffnen und einen weiteren Kriegsherd gegen Israel schaffen. Weltpolitisch sollte darauf geachtet werden, dass keine neuen Kriege  entstehen und den Weltfrieden gefährden. Dass es so nicht weiter gehen kann ist selbstverständlich. Eine Demokratie kann in Syrien erst entstehen wenn eine angemessene Übergangszeit eingeplant wird. Es ist erforderlich, dass zumindest die Richtung der weiteren Entwicklung absehbar ist, an statt vollendeter chaotischer Zustände. Es kann nicht der Sinn sein, ein weiteres unter Armut und Unsicherheit leidendes Volk zu erzeugen. Demokratische Wahlen setzten eine regierungsfähige Opposition voraus, die sich in einer herrschenden Diktatur erst entwickeln muss. Hier ist die Hilfe der Vereinten Nationen gefordert.

Amerika und die EU fordern den Rücktritt von Assat. Es stellt sich die Frage, wie westliche Länder reagieren würden, wenn Polizisten und Staatsbedienstete durch Unruhen zu Tode kämen. Der Konflikt ist ausser Kontrolle geraten und kann nur durch eine Vermittlung zwischen den sich gegenüberstehenden Parteien beendet werden. Sollten die Aufständischen mit Waffen versorgt werden, besteht die Gefahr eines Bürgerkrieges mit ungewissem Ausgang.

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2 Antworten zu Syrien: Provoziert die Staatengemeinschaft eine humanitäre Krise?

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